Börsen in Europa Schluss: Leichte Abschläge, Griechenland sorgt für volatilen Handel


21.02.12 19:37
aktiencheck.de

Paris (www.aktiencheck.de) - Nach einem volatilen Handel sind die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Dienstag mit leichten Abschlägen aus dem Handel gegangen. Nach der Verabschiedung des neuen Rettungspakets kamen neue Sorgen auf, ob die Hilfen für eine Rettung Griechenlands ausreichend sein werden. Der Dow Jones EURO STOXX 50 verlor 0,34 Prozent auf 2.541,60 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 verschlechterte sich um 0,27 Prozent auf 2.510,88 Zähler.

Auch die europäischen Länderbörsen zeigten durchweg negative Tendenzen. Nur mit minimalen Abschlägen gingen der Schweizer SMI und der italienische MIB aus dem Handel. Die beiden Indizes büßten jeweils nur 0,1 Prozent ein.

Die Euro-Finanzminister haben in der vergangenen Nacht in Brüssel das zweite Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro für Griechenland beschlossen. Der Rettungsplan sieht vor, dass die nationalen Notenbanken Gewinne aus griechischen Rentenpapieren bis 2020 den Mitgliedstaaten ausschütten, die es dann zur Schuldentilgung Griechenlands weitergeben können. Zudem wurde beschlossen, die Verzinsung für das erste Rettungspaket zu reduzieren. Jedoch muss Griechenland zuvor noch einige Voraussetzung erfüllen, darunter Reformen im Gesundheits-, Renten-, Finanz- und Arbeitssektor. Vorangegangen war eine Einigung mit privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt, der nun größer ausfällt als erwartet. Statt auf 50 müssen sie nun auf 53,5 Prozent des Nennwertes ihrer griechischen Staatspapiere verzichten. Beteiligt sich der Privatsektor jedoch nicht in ausreichendem Maße, droht der Rettungsplan wieder zu kippen.

Das britische Office for National Statistics (ONS) ermittelte im Rahmen des PSNB (Public Sector Net Borrowing)-Finanzierungsplans einen höheren Fehlbetrag für Januar 2012. So hatte die öffentliche Hand einen Finanzierungsbedarf (ohne Finanzinterventionen) in Höhe von 7,8 Mrd. Britischen Pfund (GBP), nach einem Fehlbetrag von 5,2 Mrd. GBP im Vorjahresmonat. Die Prognose der Volkswirte hatte auf ein Minus von 6,3 Mrd. GBP gelautet.

TNT Express verschlechterten sich um 2,9 Prozent. Das Logistikunternehmen ist im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz eines leichten Umsatzwachstums in die Verlustzone gerutscht. Dabei hatte man unter Sonderbelastungen sowie operativen Verlusten in Brasilien zu leiden. So belief sich der Nettoverlust auf 270 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 66 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der operative Verlust lag bei 105 Mio. Euro, nach einem operativen Gewinn von180 Mio. Euro im Vorjahr. Auf bereinigter Basis sank das operative Ergebnis um 29,4 Prozent auf 228 Mio. Euro. Der Umsatz lag aber mit 7,25 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 7,05 Mrd. Euro. Der Konzern will seine Aktivitäten in Zukunft auf Europa konzentrieren.

Wienerberger konnte indes im abgelaufenen Fiskaljahr dank höherer Umsatzerlöse und verbesserter Margen wieder in die Gewinnzone zurückkehren. So lag der Umsatz des Baumaterialherstellers mit 2,02 Mrd. Euro um 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich wurde beim Konzernergebnis ein Gewinn von 41 Mio. Euro ausgewiesen, nach einem Verlust von 35 Mio. Euro im Vorjahr. Das Papier gab um 1,7 Prozent nach.

Der Handelsbilanzüberschuss der Schweiz hat sich im Januar 2012 nach Angaben der Zollverwaltung verkleinert. Die Handelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 1,55 Mrd. Schweizer Franken (CHF), nach 2,01 Mrd. CHF im Vormonat. Hierbei kletterten die Exporte nominal um 5,4 Prozent auf 16,18 Mrd. CHF (real: +3,6 Prozent). Die Importe wuchsen binnen Jahresfrist nominal um 9,3 Prozent auf 14,62 Mrd. CHF (real: +8,5 Prozent).

Bei den Einzelwerten ging es für Schindler Holding um 0,3 Prozent nach oben. Der Hersteller von Aufzügen, Rolltreppen und Laufbändern musste im abgelaufenen Fiskaljahr einen Gewinnrückgang ausweisen, blickt jedoch optimistisch in die Zukunft. So lag die Betriebsleistung im abgelaufenen Fiskaljahr mit 7,85 Mrd. Schweizer Franken (CHF) um 4,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. In Lokalwährungen wurde hier ein Plus von 6,9 Prozent ausgewiesen. Der Konzerngewinn verringerte sich im Vorjahresvergleich um 14,1 Prozent auf 611 Mio. CHF, nach 711 Mio. CHF. Das Ergebnis im Berichtszeitraum beinhaltete indessen restrukturierungsbedingte Einmaleffekte von 98 Mio. CHF nach Steuern, womit das bereinigte Konzernergebnis nahezu auf Vorjahresniveau lag. Die Spitze des SMI belegte die Aktie von Transocean mit einem Zugewinn von 4,1 Prozent, während am Indexende Julius Baer um 2,5 Prozent nachgaben.

Die dänische Verbraucherstimmung hat sich im Februar 2012 nach Angaben der Statistikbehörde verbessert. So wuchs der Index des Verbrauchervertrauens auf nun -4,8 Punkte, nach -7,0 Punkten im Vormonat. Damit hat sich der Index den zweiten Monat in Folge verbessert.

In Dänemark brachen die Papiere des Schmuckherstellers Pandora um 9,0 Prozent ein. Das Unternehmen musste im abgelaufenen Fiskaljahr einen operativen Gewinnrückgang ausweisen und blickt skeptisch auf das laufende Fiskaljahr. Demnach lag der Umsatz im Fiskaljahr 2011 mit 6,66 Mrd. Dänischen Kronen (DKK) in etwa auf Vorjahrsniveau. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich hingegen auf 2,06 Mrd. DKK, nach 2,42 Mrd. DKK im Vorjahr. Die EBIT-Marge verringerte sich dabei von 36,2 Prozent auf 30,9 Prozent. Beim Nettogewinn wurde hingegen angesichts positiver Einmaleffekte ein Anstieg auf 2,04 Mrd. DKK ausgewiesen, nach 1,87 Mrd. DKK im Vorjahr. Auf bereinigter Basis verringerte sich jedoch der Nettogewinn im Vorjahresvergleich um 18,4 Prozent auf 1,53 Mrd. DKK.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.541,60 (-0,34 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.510,88 (-0,27 Prozent) FTSE 100 (London): 5.928,20 (-0,29 Prozent) CAC40 (Paris): 3.465,24 (-0,21 Prozent) MIB (Mailand): 16.710,86 (-0,08 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.767,10 (-0,58 Prozent) SMI (Zürich): 6.237,82 (-0,08 Prozent) ATX (Wien): 2.220,00 (-0,94 Prozent) (21.02.2012/ac/n/m)





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