Eurozone grüßt täglich die Krise


13.02.12 08:55
aktiencheck.de EXKLUSIV

Lauda-Königshofen (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Rohstoff-Trader" haben einen Beitrag zur aktuellen Lage im Euroraum veröffentlicht.

Nachfolgend finden Sie den genauen Wortlaut des Berichts:

Kein Tag an dem die Krise um Griechenland nicht durch die Presse gejagt wird und schlechte Nachrichten sich gerne mit weniger schlechten die begehrten Plätze auf den Titelseiten teilen würden.

Dieser Zustand hält nun mehr so lange an, dass man als erfahrener Händler eigentlich nur noch eine korrekte und fundierte Analyse dazu abgeben kann. Griechenland ist pleite. "Na und..!?" Wen interessiert das eigentlich noch?

Hat Kostolany nicht einmal gesagt, Börse und die reale Wirtschaft verhalten sich wie ein Spaziergänger und sein an der Leine gehaltener Hund? Sprich, die Börse ist wie der Hund, welcher dem Spaziergänger (die Wirtschaft) immer ein paar Meter voraus läuft und somit gute und schlechte Nachrichten einpreist. Wenn dem so ist, und in der Regel ist dem so, dann müssen nun wirklich alle möglichen negativen Szenarien, die beim Thema Griechenland noch kommen mögen, mehr als eingepreist sein.

Die privaten Anleger sind dem Thema Eurokrise offensichtlich so überdrüssig, dass sie die Aktienmärkte seit Anfang des Jahres zu ihrem persönlichen Bullenmarkt erklärt haben. Diesem Umstand konnten sich weniger positiv Gläubige, da mit der Materie enger anvertraute, institutionelle trendfolgende Fonds nun ebenfalls nicht entziehen und sind gezwungen, aufgrund ihres "Performance Drucks" gegenüber den Aktien-Indices auf diesen "Trend" aufzuspringen.

Was auch noch an Bad News aus Griechenland kommen mag, welche Nachricht soll den Fakt noch überbieten können, dass Griechenland ein Land ist, welches über so gut wie keine Exportwirtschaft verfügt, einen Berg an Außenhandelsdefizit aufgebaut hat und dessen Wirtschaft aufgrund der Sparauflagen der EU in Zukunft wohl noch mehr schrumpfen wird als es bisher schon den Fall war. Das also dieses Land auch noch in Zukunft weitere Hilfen benötigen wird, ist heute wohl allen klar.

Dass zurzeit trotz dieser schlechten Umstände um Europa die Bullen das Sagen über die Märkte haben wird daran liegen, dass die Bären sich bereits den Hals heiser geschrieen haben und auf jede schlechte Nachricht nur noch die Antwort kommt: "Ja ja, das ist nichts Neues, oder hat irgendjemand was anderes erwartet?"

Somit begeben wir uns mit einer Herde Bullen, die angefangen hat sich die Ohren vor schlechten Nachrichten einfach zuzuhalten, auf eine außergewöhnliche Rally, die sich von den Titelblättern verselbstständigt hat und sind gespannt, ob diese sich an den eigenen Haaren aus der Eurokrise herauszuziehen vermag. Auch ohne passende Titelblätter. (Ausgabe vom 11.02.2012) (13.02.2012/ac/e/k)






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