BdB erwartet breite Beteiligung des Privatsektors an Griechenlandrettung
21.02.12 14:16
aktiencheck.de EXKLUSIV
Berlin (www.aktiencheck.de) - Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Michael Kemmer, erwartet nach der Einigung der Eurogruppe nun zügige Reformen von Griechenland und geht von einer breiten Beteiligung des privaten Sektors bei der Rettung des Landes aus.
"Die europäischen Staaten haben sich in der vergangenen Nacht auf das bisher größte Umschuldungspaket geeinigt. Die Hilfen verschaffen Griechenland nun Zeit, die dringend erforderlichen Reformen in der Wirtschaft und der Staatsverwaltung umzusetzen. Diese müssen nicht nur zügig und entschlossen angegangen werden. Die griechische Politik muss ihrer Bevölkerung klar vermitteln, welche Chance das Land nun noch einmal bekommt. Denn letztlich kann Griechenland nur selbst den Verbleib des Landes in der Währungsunion sichern.
Die privaten Banken leisten einem enormen Beitrag für Griechenland und übernehmen damit eine große Verantwortung. Der Schuldenschnitt ist erheblich und die Zinsen für die neuen Anleihen sind über viele Jahre hinweg sehr niedrig. Das muss jede Bank für sich erst einmal verkraften. Doch in den vergangenen Monaten haben sich die Institute auf die kommende Umschuldung eingestellt und einen Teil der Abschreibungen bereits vorweg genommen. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich die privaten Gläubiger insgesamt zahlreich an dem Kompromiss beteiligen werden. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können sich die Perspektiven für Griechenland wirklich verbessern", erklärte Kemmer.
Die Euro-Finanzminister haben in der vergangenen Nacht in Brüssel das zweite Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro für Griechenland beschlossen. Der Rettungsplan sieht vor, dass die nationalen Notenbanken Gewinne aus griechischen Rentenpapieren bis 2020 den Mitgliedstaaten ausschütten, die es dann zur Schuldentilgung Griechenlands weitergeben können. Zudem wurde beschlossen, die Verzinsung für das erste Rettungspaket zu reduzieren. Jedoch muss Griechenland zuvor noch einige Voraussetzung erfüllen, darunter Reformen im Gesundheits-, Renten-, Finanz- und Arbeitssektor. Vorangegangen war eine Einigung mit privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt, der nun größer ausfällt als erwartet. Statt auf 50 müssen sie nun auf 53,5 Prozent des Nennwertes ihrer griechischen Staatspapiere verzichten. Beteiligt sich der Privatsektor jedoch nicht in ausreichendem Maße, droht der Rettungsplan wieder zu kippen. (21.02.2012/ac/e/mb)
"Die europäischen Staaten haben sich in der vergangenen Nacht auf das bisher größte Umschuldungspaket geeinigt. Die Hilfen verschaffen Griechenland nun Zeit, die dringend erforderlichen Reformen in der Wirtschaft und der Staatsverwaltung umzusetzen. Diese müssen nicht nur zügig und entschlossen angegangen werden. Die griechische Politik muss ihrer Bevölkerung klar vermitteln, welche Chance das Land nun noch einmal bekommt. Denn letztlich kann Griechenland nur selbst den Verbleib des Landes in der Währungsunion sichern.
Die privaten Banken leisten einem enormen Beitrag für Griechenland und übernehmen damit eine große Verantwortung. Der Schuldenschnitt ist erheblich und die Zinsen für die neuen Anleihen sind über viele Jahre hinweg sehr niedrig. Das muss jede Bank für sich erst einmal verkraften. Doch in den vergangenen Monaten haben sich die Institute auf die kommende Umschuldung eingestellt und einen Teil der Abschreibungen bereits vorweg genommen. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich die privaten Gläubiger insgesamt zahlreich an dem Kompromiss beteiligen werden. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können sich die Perspektiven für Griechenland wirklich verbessern", erklärte Kemmer.
Die Euro-Finanzminister haben in der vergangenen Nacht in Brüssel das zweite Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro für Griechenland beschlossen. Der Rettungsplan sieht vor, dass die nationalen Notenbanken Gewinne aus griechischen Rentenpapieren bis 2020 den Mitgliedstaaten ausschütten, die es dann zur Schuldentilgung Griechenlands weitergeben können. Zudem wurde beschlossen, die Verzinsung für das erste Rettungspaket zu reduzieren. Jedoch muss Griechenland zuvor noch einige Voraussetzung erfüllen, darunter Reformen im Gesundheits-, Renten-, Finanz- und Arbeitssektor. Vorangegangen war eine Einigung mit privaten Gläubigern über einen Schuldenschnitt, der nun größer ausfällt als erwartet. Statt auf 50 müssen sie nun auf 53,5 Prozent des Nennwertes ihrer griechischen Staatspapiere verzichten. Beteiligt sich der Privatsektor jedoch nicht in ausreichendem Maße, droht der Rettungsplan wieder zu kippen. (21.02.2012/ac/e/mb)
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