US-Geldpolitik kommt noch QE3 oder nicht?


22.02.12 15:24
Nord LB

Hannover (www.aktiencheck.de) - Aufgrund des am vergangenen Montag in den USA gefeierten President's Day und des ohnehin recht ausgedünnten Datenkalender in den letzten Tagen kam es zu keinen Veränderungen der Einschätzungen zur USA, so die Analysten der Nord LB.

Zudem hätten sich auch die Vertreter aus der Federal Reserve mit ihren Aussagen merklich zurückgehalten. Im Grunde sei ja auch in den vergangenen Wochen mit dem nochmals bis Ende 2014 avisierten Festhalten an der extremen Niedrigzinspolitik genug zur geldpolitischen Ausrichtung der Notenbank veröffentlicht worden. So sei in den letzten Tagen mehr Zeit und Luft für alle Marktteilnehmer geblieben, sich den Geschehnissen in und um Euroland zu widmen. Und bei dem Thema Griechenland sei schließlich eine ganze Menge zu verarbeiten gewesen.

In dem derzeit eher ruhigen Fahrwasser der US-Geldpolitik würden allerdings die Spekulationen um eine erneute quantitative Lockerung (QE3) unvermindert fortgesetzt. Die Daten am aktuellen Rand würden sicherlich nicht für ein erneutes Aufkaufprogramm sprechen. Dazu gehöre der ISM PMI bei 54,1 Punkten, eine auf 8,3% gefallene Arbeitslosenquote samt einem Beschäftigungsanstieg um über 200.000 den zweiten Monat in Folge, ein massiver Ordereingang und die verschiedenen Anzeichen einer Stabilisierung auf dem Immobilienmarkt.

Zudem gehe die Inflationsrate sukzessiv zurück, wobei allerdings der zuletzt wieder gestiegene Öl- und Benzinpreis die Entlastung der Preise zunächst einmal wieder bremsen werde. Letztlich dürfte aber bei den FOMC-Mitgliedern die Angst bleiben, nicht genug für eine Erholung der Konjunktur getan zu haben. Dabei habe nicht nur der mit den Geschehnissen der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts vertraute Bernanke die Befürchtungen, einen ähnlichen Fehler wie die Federal Reserve in 1937 zu machen und zu schnell die geldpolitischen Zügel wieder anzuziehen. Doch so weit sei es ja ohnehin noch lange nicht...

Letztlich habe sich in den vergangenen Tagen allein Richard Fisher zu den amerikanischen Konjunkturaussichten geäußert. Der FED-Präsident von Dallas habe angemerkt, dass die US-Konjunktur mittlerweile deutlich an Tempo gewinne. Zudem habe er seinen Standpunkt wiederholt, dass die Federal Reserve keinen offiziellen Termin für das Ende niedriger Zinsen hätte angeben dürfen. Fisher habe in 2011 zu dem Trio der "Abweichler" im FOMC gezählt, zu dem auch Narayana Kocherlakota und Charles Plosser gehört hätten.

Genau die gegensätzliche Position habe zuletzt John Williams eingenommen. Der FED-Präsident von San Francisco und derzeitiges stimmberechtigtes FOMC-Mitglied habe von der Notwendigkeit gesprochen, die Geldpolitik unverändert extrem expansiv auszurichten. Er habe aus seiner Analyse gefolgert, dass QE3 kommen werde.

Vermutlich würden beide Notenbanker in der Federal Reserve den extremen Flügeln angehören, welche zunächst einmal keine Mehrheit zustande bringen würden. Ben Bernanke als Notenbanker der "gefühlten Mitte" dürfte auf Zeit spielen und abwarten wollen, bis die neuen Daten Signale für eine Handlungsweise liefern würden. (22.02.2012/ac/a/m)






Artikelsuche

mehr >

Weitere Artikel

mehr >
Aktien des Tages
  


Mit der Anmeldung für den Newsletter "Aktien des Tages" stimme ich dem gleichzeitigen Erhalt des "Investors Daily" unseres Partners FID Verlag zu.

RSS Feeds


Erweiterte Funktionen